Was ist das 24-Stunden Fasten?
Das 24-Stunden Fasten zählt zu den Methoden des intermittierenden (unterbrochenen) Fastens. Hierunter versteht man eine Ernährungsweise, bei der Nahrung nur in bestimmten Zeitfenstern zu sich genommen wird.
Dabei wechseln sich klar definierte Perioden der Nahrungsaufnahme mit ebenfalls klar definierten Phasen des Nahrungsverzichts ab. Das 24-Stunden Fasten stellt eine Möglichkeit dar, die Flexibilität des Stoffwechsels zu verbessern. Der Körper lernt hierdurch, die eigenen gespeicherten Energiereserven für den Energiestoffwechsel heranzuziehen. In der westlichen Welt wird nämlich größtenteils der Energiebedarf über die permanent zugeführte Nahrung bezogen.
Wie funktioniert das 24-Stunden Fasten?
Das Fasten für 24 Stunden am Stück empfehlen wir Ihnen ein bis zweimal pro Woche durchzuführen. Wichtig ist es, sich dann auch den Rest der Woche bewusst zu ernähren.
An welchen Tagen Sie das 24-Stunden Fasten durchführen und zu welchen Uhrzeiten Sie die 24-Stunden Fastenperiode beginnen, können Sie nach Belieben wählen.
Dennoch sprechen die Prinzipien der Gewohnheit dafür, dass Sie für sich feste Tage und Startzeiten definieren. Dies hat den Vorteil, dass Sie Ihren Alltag und Ihr Umfeld gezielt auf die Fastenzeit abstimmen können.
Als praktisch erwiesen hat sich bei dieser Form des Fastens zum Beispiel mittags um 12 Uhr die letzte Mahlzeit zu sich zu nehmen und dann erst wieder am nächsten Tag mittags um 12 Uhr zu essen. Die Fastenzeit läuft also von Mittagessen zu Mittagessen und beträgt in dem Fall genau 24 Stunden. In dieser Zeit sind nur kalorienfreie Getränke, wie zum Beispiel Wasser oder Tee, erlaubt. Gegessen wird in den 24 Stunden nichts.
Eine sehr zu empfehlende Variante ist das 5:2 Fasten, bei welcher zweimal pro Woche über 24 Stunden gefastet wird. Diese Methode ist für Menschen geeignet, die Gewicht verlieren und das Hungergefühl sowie Appetitempfinden normalisieren möchten.
Wenn Sie Ihr Idealgewicht bereits erreicht haben und nur die weiteren Gesundheitseffekte nutzen möchten, dann ist ein Fastentag pro Woche vollkommen ausreichend.
Wenn Sie das 24-Stunden-Fasten als zu lang empfinden und zunächst langsamer beginnen möchte, kann zunächst das 12- oder 16-Stunden Fasten ausprobiert werden und die Fastenzeit dann Schritt für Schritt auf 24 Stunden ausgedehnt werden.
Welche Vorteile bringt das 24-Stunden Fasten für die Gesundheit und beim Abnehmen?
Das intermittierende Fasten hat zahlreiche positive Effekte auf Ihre körperliche und psychische Gesundheit.
Physiologisch bietet das 24-Stunden Fasten zwei grundlegende Vorteile:
Steigerung der Insulinsensitivität des Körpers
Insulin ist für die Regulation unseres Blutzuckerspiegels essenziell, da es Körperzellen z. B. in der Leber und der Muskulatur dazu anregt, Glukose aus dem Blut aufzunehmen. Da aber viele unserer Nahrungsmittel hohe Mengen an Zucker enthalten, besteht die Gefahr, dass sich eine zunehmende gesundheitsschädliche Insulinresistenz ausbildet, welche sich später auch als Diabetes Typ II manifestieren kann. Intermittierendes Fasten kann dabei helfen, den Blutzuckerspiegel und den Insulingehalt zu reduzieren. Dadurch erhöht sich die Insulinsensitivität und die Gefahren einer Insulinresistenz können minimiert werden.
Positiver Einfluss auf den Wachstumshormonhaushalt
In Studien wurde belegt, dass sich der Anteil von Wachstumshormonen im Körper nach dem Fasten signifikant erhöhen kann.
Diese Hormone fördern den Muskelaufbau, regulieren den Körperfettgehalt und tragen zur Knochengesundheit bei. Außerdem kann intermittierendes Fasten den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken und der allgemeinen Gesunderhaltung dienen.
All diese Effekte des intermittierenden Fastens liefern eine Begründung dafür, dass auch Abnehmen mit dieser Methode möglich ist. In Verbindung mit der richtigen Periodisierung, körperlicher Aktivität und einer gesunden Lebensweise ist eine deutliche Gewichtsreduktion erreichbar.
Aber auch psychologisch betrachtet kann intermittierendes Fasten positive Effekte haben:
Bewusster und disziplinierter essen
Durch das Fasten lernt man, die Mahlzeiten wieder bewusster wahrzunehmen. In unserer heutigen Zeit ist Nahrung immer verfügbar und echte Nahrungsknappheit in der westlichen Gesellschaft weitestgehend unbekannt. Durch zu große Nahrungsmengen und sehr häufige Mahlzeiten sind die meisten Menschen stetig übersättigt. Gegessen wird oft nur noch aufgrund von Appetit oder Gewohnheiten und nicht aufgrund eines echten Hungergefühls.
Durch den bewussten Nahrungsverzicht über einen Zeitraum von 24 Stunden erleben Sie Ihre Mahlzeiten dann wieder viel intensiver und genüsslicher. Ebenso trainieren Sie so zusätzlich auch die eigene Disziplin und können den Versuchungen eines fast unendlichen Nahrungsangebotes deutlich besser widerstehen.
Metabolische Flexibilität erhöhen
Mit dem Begriff der Metabolischen Flexibilität ist ein Zustand des Körpers gemeint, in dem dieser seinen Energiebedarf flexibel sowohl aus zugeführter Nahrung als auch aus körpereigenen Reserven decken kann. Hierbei gelingt es dem Körper auch auf das körpereigene Fett als Energiequelle zurückzugreifen. Ein gesunder Körper kann umschalten und so unabhängig von der Energiequelle eine konstante Energieversorgung sicherstellen.
Im Zustand des Fastens ist vor allem der Blutzucker stabil und es kommt zu weniger hormonellen Schwankungen. Grundsätzlich ist bewiesen, dass der Mensch auch über einen längeren Zeitraum ohne Nahrungszufuhr auskommt. Gerade in diesen Zeiträumen kann der Mensch vom Glucosestoffwechsel auf den Fettstoffwechsel umschalten und dadurch sogar mehr Energie (mehr ATP) produzieren. Dies ist der Grund, warum Menschen während der Fastenzeit oftmals leistungsfähiger sind, sei es beim Sport, der Arbeit oder im Alltag.
Ebenso hat das Fasten auch Einfluss auf die psychische Verfassung, denn es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die mentale Flexibilität an die metabolische Flexibilität gekoppelt ist. In dem Moment, in dem Ihr Stoffwechsel nicht mehr flexibel ist, nimmt gleichzeitig auch die psychologische Flexibilität ab. Menschen fällt es in diesem Zustand deutlich schwerer Gewohnheiten zu verändern oder abzulegen. Umso wichtiger ist eine hohe metabolische Flexibilität für Menschen, welche nicht nur ihre körperliche Gesundheit verbessern möchten, sondern auch mentale Veränderungen erreichen möchten.
Tipp: Ein möglicher Selbsttest, um herauszufinden, ob Sie einen flexiblen Stoffwechsel haben, ist sich die folgende Frage zu stellen:
"Kann ich mir vorstellen für 24 Stunden lang zu fasten?"
Sollten Sie diese Frage bejahen, weist dies auf eine höhere metabolische Flexibilität hin. Essen ist dann anscheinend für Sie kein großes Themen und Sie könnten gut und gerne auch mal für einige Zeit darauf verzichten.
Sollten Sie die Frage verneinen, weist die bereits auf eine mögliche niedrigere metabolische Flexibilität hin. Ihre Gedanken kreisen dann häufig ums Essen und der Körper ist sehr stark daran gewöhnt, im Abstand weniger Stunden regelmäßig mit Nahrung versorgt zu werden.
Intermittierendes Fasten hat also nicht nur rein physiologische Vorteile, sondern kann sich auch psychologisch positiv auswirken.
Hat das Fasten heilende Effekte?
Wird am Tag 24 Stunden lang gefastet, dann wird im Organismus ein Mechanismus aktiviert, der zum einen Körperfett in Energie umwandelt und zum anderen die Autophagozytose auslösen kann. Die Autophagozytose beschreibt die Selbstreinigungskraft des Körpers. Die Zellen fangen an, sich „selbst“ zu verarbeiten. Alte Zellbestandteile werden in der Autophagozytose recycelt und können sich somit rundum erneuern. Das macht die Zellen nicht nur leistungsfähiger, sondern es verlängert auch deren Lebenszeit.
Wie lässt sich das intermittierende Fasten erfolgreich umsetzen?
Viele Menschen haben Schwierigkeiten die Empfindungen Durst, Hunger und Appetit klar voneinander zu unterscheiden. Dies führt dazu, dass häufig etwas gegessen wird, obwohl ihr Köper zum Beispiel Durst signalisiert hat. Ebenso wird häufig aufgrund von Appetit oder einfach aus Gewohnheit gegessen, nicht weil ihr Körper wirklich Nahrung benötigt hätte.
Durch das Prinzip des intermittierenden Fastens lernen Sie bereits nach kurzer Zeit Ihr Hungergefühl besser wahrzunehmen. Zudem können Sie dann auch wieder Hunger besser von Appetit unterscheiden.
Reichlich Flüssigkeit in Form von Tee und Wasser kann Ihnen helfen, während der Fasten-Periode Ihren Appetit und gegebenenfalls Hunger zu zügeln.
Ebenso empfiehlt es sich Ihr Umfeld, Familie, Freunde und Kollegen darüber zu informieren, wann Ihr Fasten-Tag ist, sodass Sie unterstützt werden können.
Sollte während des Fastens Sport gemacht werden?
Ja, sportliches Training ist sogar ausdrücklich erwünscht!
Sport auf nüchternen Magen intensiviert sogar die positiven gesundheitlichen Aspekte des Fastens. Denn es unterstützt den Körper dabei, Energie aus den Energiereserven zu beziehen.
Oft zählen die Phasen des Fastens zu den besonders leistungsfähigen Stunden, weil der Körper während der Fastenphase vermehrt Energie aus dem Fettstoffwechsel bezieht und hieraus deutlich mehr Energie als aus dem Glucosestoffwechsel bereitgestellt werden kann. Ebenso ist der Körper in dieser Zeit weniger mit der Verdauung beschäftigt, wodurch insbesondere mehr Energie für die Muskulatur bereitgestellt werden kann. Viele Menschen erleben in dieser Zeit, dass Sie wieder einen natürlichen Bewegungsdrang erleben und somit nach langen Phasen sportlicher Inaktivität auch den Weg für einen sportlichen Wiedereinstieg ebnen.
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