Was ist Koffein?
Koffein ist eines der ältesten von Menschen genutzten Stimulanzien. Es handelt sich dabei um eine chemische Verbindung, welche in über 60 Pflanzen ganz natürlich vorkommt. Neben Kaffeebohnen enthalten zum Beispiel Teeblätter, Guarana-Beeren, Kolanüsse oder Kakaobohnen von Natur aus Koffein. Jedoch werden auch einige Lebensmittel künstlich mit Koffein versetzt.
Wo steckt Koffein drin?
Erwachsene Menschen konsumieren Koffein vor allem über das Trinken von Kaffee. Teilweise werden jedoch auch koffeinhaltige Nahrungsergänzungen oder direkt Koffeintabletten verwendet.
Jugendliche hingegen nehmen Koffein über verschiedene Quellen wie Kaffee, Tee, Cola, Energy Drinks, Schokolade oder koffeinhaltige Kaugummis zu sich.
Bei Kindern erfolgt die Aufnahme von Koffein in erster Linie über Schokolade beziehungsweise kakaohaltige Getränke.
Gesundheitsschädliche Wirkungen von Koffein
Wenn Koffein in reichlicher Menge konsumiert wird, kann es gesundheitsschädliche Wirkungen auslösen, welche sich durch vielfältige Symptome äußern.
Koffein-Grenzwerte pro Tag
Im Alltag zeigt sich häufig, dass die empfohlenen Koffein-Grenzwerte pro Tag schnell erreicht werden und es somit zu einer übermäßigen Koffeinzufuhr kommen kann. So enthält zum Beispiel eine Tasse Kaffee (200 ml) durchschnittlich 100 mg Koffein. Eine Dose Energy-Drink von Red Bull (250 ml) enthält 80 mg Koffein.
Personengruppe | Koffein-Grenzwert | Tassen Kaffee (200 ml) | Energy-Drink (Dose Red Bull, 250 ml) |
Erwachsene | 400 mg | 4 | 5 |
Schwangere | 200 mg | 2 | 2,5 |
Jugendliche | 100 mg | 1 | 1 |
Kinder | 2,5 mg pro kg Körpergewicht | - | - |
Insbesondere bei Kindern muss berücksichtigt werden, dass auch Kakao und somit Schokolade ebenfalls Koffein enthält. Bei Milchschokolade sind es bis zu 35 mg Koffein pro 100 g, bei Halbbitterschokolade bis zu 110 mg Koffein pro 100 g.
Symptome einer übermäßigen Koffeinzufuhr
Bei einer übermäßigen Koffeinzufuhr sind unter anderem die folgenden Symptome besonders häufig zu beobachten:
Nervosität
Reizbarkeit
Schlaflosigkeit
Herzrhythmusstörungen
Übermäßige Harnausscheidung
Verdauungsbeschwerden
Unfruchtbarkeit (bei Frauen)
Stress durch Koffein
In außergewöhnlichen Situationen, wie zum Beispiel im sportlichen Wettkampf, ist es für die Sportler wichtig, die entscheidenden Energiereserven freizusetzen, um einen Wettkampf gewinnen zu können. Dies ist vor allem mithilfe des Stresshormons Adrenalin möglich, welches auch der Treiber der Kampf-oder-Flucht-Reaktion ist, wenn für den Menschen Gefahr besteht.
Doch nicht nur Gefahren führen im menschlichen Körper zu dieser Kampf-oder-Flucht-Reaktion, sondern auch der Konsum von Koffein regt eine ähnliche Reaktion an.
Denn Koffein regt die Nebennieren ebenfalls zur Adrenalinproduktion an.
Im Körper werden daraufhin die Muskeln angespannt. Um zusätzliche Energie bereitzustellen, wird vermehrt Glucose in die Blutbahn abgeben, womit der Blutzuckerspiegel steigt. Der Puls und die Atmung beschleunigen sich und die Aufmerksamkeit wird gesteigert. Der Körper bereitet sich also auf eine Situation vor, in welcher entweder Kampf oder Flucht notwendig wären.
Wird diese zusätzlich bereitgestellte Energie dann jedoch nicht benötigt, weil wir uns in einer "sicheren" Umgebung befinden, wie zum Beispiel am Arbeitsplatz oder beim Autofahren, so lässt die Adrenalinproduktion schnell wieder nach und Anzeichen wie zum Beispiel Erschöpfung, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Reizbarkeit sind die Folge. Dies ist im Alltag dann häufig der Moment, in welchem der Mensch aufsteht, zur Kaffeemaschine oder zum Kühlschrank geht und den nächsten Koffein-Schub sucht.
Zudem reduziert das Koffein den Serotoninspiegel im Körper, wodurch die beruhigende Wirkung des Neurotransmitters Serotonin reduziert wird.
Somit täuscht das Koffein dem Körper den Stress vor und reduziert zusätzlich die natürlichen beruhigenden Prozesse.
Zu beachten ist auch, dass eine permanente Aktivität eines Organs wie der Nebenniere langfristig in einer Erschöpfung eben jenes Organs münden kann.
Wenn der Körper konstant eine hohe Koffeinzufuhr erfährt, also permanent in einer körperlichen Stresssituation verweilt, wird auch von "Koffeinismus" gesprochen.
Koffeinismus ist ein Zustand von chronischer Vergiftung, der aus einem exzessiven Konsum von Koffein entsteht. Koffeinismus verbindet eine körperliche Abhängigkeit mit sich auf die Psyche auswirkenden Effekte, wie zum Beispiel Angstzuständen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Depression und Erschöpfung.
Energieverlust durch Koffein
Paradoxerweise entzieht Koffein dem Menschen die Energie. Auf Dauer kann der regelmäßige Koffeinkonsum den Körper daher auszehren und antriebslos machen.
Weil Koffein durch die Steigerung der ATP-Produktion, dem wichtigsten Baustein der Energieproduktion im Körper, das Energielevel anhebt, kann eine daraus resultierende chronische Stimulierung des Systems den Körper langsam auszehren.
Denn Koffein führt Ihrem Körper nicht etwa zusätzliche Energie zu, sondern es sorgt dafür, dass Ihre Reserven schneller aufgebraucht werden. Ein kurzzeitiger Aufschwung findet also auf Kosten einer lang anhaltenden Erschöpfung statt.
Verstopfung durch Koffein
Auch wenn die Koffeinzufuhr, insbesondere in Form von Kaffee, kurz nach dem Verzehr zunächst die Verdauung anregt und bei vielen Menschen eher zu Durchfall führt, verursacht Koffein langfristig gesehen Verstopfung.
Denn das Koffein kann als natürliches Abführmittel betrachtet werden, welches mit einer erhöhten Magensäureausschüttung in Verbindung steht. Das erklärt das nach dem Koffeinkonsum häufig auftretende Sodbrennen und Verstopfungsgefühl, wenn es nicht zur täglichen Dosis des Abführmittels "Koffein" kommt.
Wie kann die Koffeinzufuhr reduziert werden?
Die zahlreichen Nebenwirkungen einer hohen Koffeinzufuhr werden also häufig unterschätzt. Insgesamt ist es daher sinnvoll, die Koffeinzufuhr deutlich zu reduzieren oder besser gleich gänzlich darauf zu verzichten.
Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten, um die Koffeinzufuhr zu reduzieren:
Kalter Entzug
Beim kalten Entzug stoppen Sie ab sofort die Koffeinzufuhr. Je nachdem wie viel Koffein Sie in den letzten Wochen und Monaten konsumiert haben, können die folgenden Entzugserscheinungen auftreten, die für 3 bis 10 Tage anhalten können:
Kopfschmerzen
Reizbarkeit
Lethargie
Depression
Muskelschmerzen
Konzentrationsstörungen
Grippeähnliche Symptome
Ausschleichende Reduktion
Bei dieser Methode, sich das Koffein abzugewöhnen, geht man sehr behutsam vor und schleicht das Koffein langsam aus. Dieses Vorgehen wird unter anderem auch bei Medikamenten (z. B. Cortison, Antidepressiva, Magensäureblocker) angewendet, deren Dosis nur sehr langsam reduziert werden dürfen, damit es zu nicht zu negativen Begleiterscheinungen kommt.
In Bezug auf das Koffein wird also die täglich konsumierte Koffeinmenge schrittweise reduziert und/oder durch weniger koffeinhaltige Getränke ersetzt, sodass zunächst nur eine minimale Verhaltensänderung erforderlich ist.
Menschen, die bislang zum Beispiel sehr viel Kaffee getrunken haben, hilft es oftmals sehr, den Kaffee sukzessive durch koffeinfreien Kaffee zu ersetzen.
Ersetzen Sie beispielsweise jede Woche 25 % des verwendeten Kaffeepulvers durch koffeinfreien Kaffee, indem Sie dieses entsprechend mischen:
Woche: 75 % normaler Kaffee, 25 % koffeinfreier Kaffee
Woche: 50 % normaler Kaffee, 50 % koffeinfreier Kaffee
Woche: 25 % normaler Kaffee, 75 % koffeinfreier Kaffee
Woche: 100 % koffeinfreier Kaffee
Mit diesem Vorgehen gelingt es meistens deutlich leichter und schneller, die Gesamtmenge an zugeführtem Koffein zu reduzieren und dann letztendlich vollständig auszuschleichen.
Disclaimer
Mit diesem Artikel gibt die Rehbein group und ihre verbundenen Unternehmen keinerlei Heilversprechen ab. Die Nutzung und Durchführung aller Hinweise geschieht auf Ihre eigene Verantwortung.
Alle durch die Rehbein group und ihre verbundenen Unternehmen angebotenen Inhalte wie Ernährungsprogramme, Tipps, Videos und Trainingshinweise sind in keinem Fall ein Ersatz für eine ärztliche Beratung, Untersuchung oder Behandlung.