Synonyme: Naevus naevocellularis, Naevuszellnaevus, Nävuszellnävus, NZN, Pigmentzellnävus, Leberfleck, Melanozytärer Nävus
Ein Melanozytärer Nävus, umgangssprachlich auch als Muttermal bezeichnet, ist eine gutartige Hautveränderung, die durch eine lokale Anhäufung von pigmentbildenden Zellen, den Melanozyten, entsteht. Diese Zellen sind für die Produktion von Melanin verantwortlich, einem Pigment, das der Haut, den Haaren und den Augen ihre Farbe verleiht. Nävi können in Größe, Form und Farbe variieren und treten häufig bei Kindern und Jugendlichen auf, können sich aber auch im Erwachsenenalter entwickeln oder verändern.
Ursachen des Melanozytären Nävus
Die genauen Ursachen für die Entstehung von Melanozytären Nävi sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen genetische Faktoren, Umwelteinflüsse, hier insbesondere UV-Strahlung, eine wichtige Rolle.
Arten des Melanozytären Nävus
Melanozytäre Nävi können auf verschiedene Weise eingeteilt werden, je nachdem in welcher Hautschicht sie sich befinden, wann sie auftreten und wie sie aufgebaut sind.
Anhand der spezifischen Lage der Nävuszellen innerhalb der Haut können im Wesentlichen drei verschiedene Typen unterschieden werden:
Junktionsnävus
Diese Nävi befinden sich an der Grenze zwischen der Epidermis (der obersten Hautschicht) und der Dermis (der darunter liegenden Hautschicht). Sie erscheinen oft als flache, braune Flecken und sind im Allgemeinen gutartig.
Compoundnävus
Diese Nävi erstrecken sich von der Epidermis bis in die Dermis. Sie können als leicht erhabene, braune bis schwarze Läsionen erscheinen und weisen oft eine gemischte Pigmentierung auf.
Dermaler Nävus
Diese Nävi befinden sich komplett in der Dermis und sind oft hautfarben bis leicht braun, erhaben und manchmal behaart. Dermale Nävi neigen dazu, mit zunehmendem Alter aufzutreten und gelten als sehr gutartig.
Ebenso kann jedoch auch anhand des Zeitpunktes ihres Auftretens unterschieden werden:
Kongenitale melanozytäre Nävi
Diese sind bereits bei der Geburt vorhanden oder entwickeln sich in den ersten Lebenswochen. Sie können in jeder der spezifischen strukturellen Formen auftreten – als Junktionsnävi, Compoundnävi oder dermale Nävi. Sie können unterschiedlich groß sein und ihr Risiko, sich zu einem malignen Melanom zu entwickeln, steigt mit der Größe.
Erworbene melanozytäre Nävi
Diese entstehen meist in der Kindheit oder Jugend und ändern sich bis ins Erwachsenenalter hinein. Sie können ebenfalls als Junktionsnävi, Compoundnävi oder dermale Nävi auftreten, abhängig von der Lage der Melanozyten in der Haut. Die meisten melanozytären Nävi, die Menschen im Laufe ihres Lebens entwickeln, fallen in diese Kategorie. Sie gelten als weniger riskant im Hinblick auf eine Entartung.
Atypische (dysplastische) melanozytäre Nävi
Diese können Merkmale von Junktionsnävi, Compoundnävi oder dermalen Nävi aufweisen, unterscheiden sich jedoch durch ihre atypischen (unregelmäßigen) Eigenschaften wie Größe, Form, Farbe und Muster. Sie können sowohl bei Geburt vorhanden sein als auch sich im Laufe des Lebens entwickeln und haben ein erhöhtes Risiko, sich zu einem Melanom zu entwickeln.
Die Einteilung nach Zeitpunkt des Auftretens und morphologischen Eigenschaften ist nicht gegenseitig ausschließend, sondern ergänzt sich, um ein vollständigeres Bild der Eigenschaften, des Risikoprofils und der notwendigen Überwachung oder Behandlung eines melanozytären Nävus zu geben.
Risikofaktoren für einen Melanozytären Nävus
Zu den Risikofaktoren, welche die Entstehung eines Melanozytären Nävus begünstigen können, gehören:
Starke Sonnenexposition und Sonnenbrände, besonders in der Kindheit
Vorhandensein vieler Nävi am Körper
Vorhandensein atypischer Nävi
Hautkrebs in der Familiengeschichte
Heller Hauttyp, der leicht verbrennt
Symptome des Melanozytären Nävus
In den meisten Fällen sind Melanozytäre Nävi harmlos und verursachen keine Symptome. Es ist jedoch wichtig, Veränderungen in Größe, Form, Farbe oder Textur sowie neu auftretende Nävi zu beobachten.
Anzeichen, die auf eine potenzielle Entartung hindeuten könnten, umfassen:
Asymmetrie
nicht gleichmäßig rund oder oval konfiguriert
Begrenzung
unscharfe Ränder mit Ausfransungen
gezackte Ausläufer
Colorierung (Farbe)
in sich ungleiche Färbung (z. B. dunkles Schwarz neben Braun- oder Rottönen)
Durchmesser
ein Durchmesser von mehr als 5 mm gilt als kontrollbedürftig
Erhabenheit / Evolution (Entwicklung)
Vorwölbung aus dem Hautniveau
Veränderung in den letzten 3 Monaten
Keines der aufgeführten Kriterien ist für sich allein oder in Kombination definitiv beweisend. Es wird jedoch empfohlen, dass Personen, die mindestens zwei dieser Kriterien erfüllen, einen Hautarzt konsultieren sollten.
Wenn diese Kriterien mit weiteren Informationen, beispielsweise aus der beruflichen und familiären Vorgeschichte, kombiniert und durch die Untersuchung mit einem Dermatoskop ergänzt werden, ist die Genauigkeit, mit der Hautärzte bösartige Melanome identifizieren können, sehr hoch.
Diagnostik des Melanozytären Nävus
Die Diagnose eines Melanozytären Nävus erfolgt in der Regel durch eine Blickdiagnostik. Bei Verdacht auf eine Entartung kann eine Auflichtmikroskopie durchgeführt werden, eine nicht-invasive Methode, die eine detaillierte Betrachtung der Hautveränderung ermöglicht. In bestimmten Fällen kann auch eine Biopsie erforderlich sein, um das Gewebe mikroskopisch zu untersuchen.
Behandlung des Melanozytären Nävus
Die meisten Melanozytären Nävi bedürfen keiner Behandlung. Wenn jedoch ein Risiko für eine Entartung besteht oder der Nävus aus kosmetischen Gründen entfernt werden soll, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Chirurgische Exzision
Entfernung des Nävus samt einer kleinen Menge des umgebenden Gewebes.
Lasertherapie
Insbesondere bei kleineren Nävi eine Möglichkeit, jedoch mit dem Risiko, dass nicht das gesamte Gewebe entfernt wird, was die spätere Überwachung erschweren kann.
Prävention des Melanozytären Nävus
Zur Prävention von Hautveränderungen und zur Minimierung des Risikos einer Entartung von Melanozytären Nävi sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:
Schutz vor starker Sonneneinstrahlung durch Verwendung von Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Tragen von schützender Kleidung und Meidung der Sonne in den Mittagsstunden.
Regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Regelmäßige dermatologische Untersuchungen, insbesondere bei Vorliegen von Risikofaktoren.
Bei der Auswahl Ihrer Hautpflegeprodukte empfehlen wir immer die Verwendung der ToxFox App, um diese schnell und einfach auf eventuelle Schadstoffe zu überprüfen.
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